Mit einem wegweisenden Referenzprojekt der Kärntner Jägerschaft wurde im März 2026 in Tainach eine rund 125 Meter lange Hecke angelegt. Gemeinsam mit der Österreichischen Wildtierstiftung, der Gemeindejagd St. Hubertus Tainach, Jagd Österreich und der Arge Naturschutz setzt die Kärntner Jägerschaft damit ein starkes Zeichen für Biodiversität, Wildlebensräume und nachhaltige Revierentwicklung.
Die mehrreihige Pflanzung mit über 450 heimischen Gehölzen schafft wertvollen Lebensraum für Rehwild und Niederwild, stärkt die Biotopvernetzung und dient zugleich als Wind- und Erosionsschutz – ein starkes Beispiel dafür, wie aktive Reviergestaltung zur ökologischen Aufwertung unserer Kulturlandschaft beitragen kann.
Gemeinsam für mehr Lebensraum im Revier
Das Projekt entstand im Tainacher Feld auf rund 440 Metern Seehöhe in einer überwiegend landwirtschaftlich genutzten und strukturarmen Kulturlandschaft. Die neu angelegte Hecke schließt direkt an bestehende Waldflächen am Tainacher Berg an und verbessert damit die Vernetzung vorhandener Lebensräume.
Gerade in intensiv genutzten Agrarlandschaften leisten solche Strukturmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Lebensraumverbesserung für heimische Wildtiere und zur nachhaltigen Entwicklung artenreicher Reviere.



Warum Hecken für Wildtiere so wertvoll sind
Hecken zählen zu den wichtigsten Landschaftselementen in der modernen Reviergestaltung. Sie schaffen Struktur, verbinden Lebensräume und erfüllen gleichzeitig zahlreiche ökologische Funktionen.
Das Heckenprojekt in Tainach schafft unter anderem:
- Mehr Struktur und Artenvielfalt in der Kulturlandschaft
- Einstand, Deckung und Ruhezonen für Rehwild und andere Wildarten
- Lebensraum und Brutbereiche für Feldhase, Fasan und weiteres Niederwild
- Zusätzliche Äsungsflächen und natürliche Nahrungsquellen
- Schutz vor Wind und Bodenerosion
- Verbesserung von Mikroklima und Wasserhaushalt
- Vernetzung bestehender Lebensräume und sichere Wildwechsel
- Mehr Struktur und Artenvielfalt in der Kulturlandschaft
Heckenprojekt Tainach: 453 heimische Gehölze für mehr Biodiversität

Die Referenzhecke wurde auf einer Länge von rund 125 Metern als mehrreihiger Gehölzstreifen mit
3-5 Pflanzreihen angelegt. Insgesamt wurden 453 heimische Wildgehölze aus regionaler Kärntner Herkunft gepflanzt. Der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Gehölzen beträgt rund 1-1,5 Meter, einzelne Bäume wurden in der Kernzone im Abstand von etwa zehn Metern gesetzt.
Ziel der Anlage ist die Schaffung eines strukturreichen, naturnahen und langfristig wirksamen Lebensraums für Wildtiere. Der Aufbau der Hecke folgt dabei einem klaren ökologischen Konzept:
- Niedrigwüchsige, häufig dornentragende Sträucher in den Außenzonen bieten Schutz, Deckung und Rückzugsmöglichkeiten für Niederwild
- Mittel- bis hochwüchsige Sträucher in den inneren Bereichen dienen als natürliche Nahrungsquelle und wirksamer Windschutz
- Eingestreute Bäume schaffen zusätzliche Höhe, Stabilität und langfristige Strukturvielfalt
Durch den lockeren, mehrschichtigen Aufbau wird der Wind gleichmäßig abgebremst. Dadurch werden Verwirbelungen reduziert und angrenzende landwirtschaftliche Flächen geschützt. Gleichzeitig stabilisieren die unterschiedlichen Wurzelsysteme der Gehölze den Boden und wirken nachhaltig gegen Erosion.
Zum Einsatz kamen ausschließlich wurzelnackte Gehölze (50–80 cm) aus dem Projekt „Regionale Gehölzvermehrung Kärnten“, bezogen über den Kärntner Heckentag 2025. Gepflanzt wurden zahlreiche standortgerechte Baum- und Straucharten, darunter:
- Feldahorn
- Eberesche
- Traubenkirsche
- Weißdorn
- Schlehdorn
- Berberitze
- Liguster
- Schwarzer Holunder
- Schneeball
- verschiedene heimische Rosen- und Weidenarten


Zusätzlich wurden begleitende Saumstreifen mit Gräsern und Wildkräutern angelegt. Diese erhöhen die ökologische Wertigkeit der Fläche zusätzlich, schaffen Lebensraum für Insekten und Nützlinge und bieten dem Wild weitere natürliche Äsungsflächen.
So entsteht eine langlebige, pflegearme Lebensraumstruktur, die Nahrung, Deckung und Rückzugsräume für Wildtiere bietet und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Mikroklima, Bodenschutz und zur ökologischen Aufwertung der Kulturlandschaft leistet.
Mehr als Lebensraum: Ein starkes Signal für Jagd und Biodiversität

Die in Tainach angelegte Hecke erfüllt weit mehr als nur eine Lebensraumfunktion: Durch ihren mehrschichtigen Aufbau schützt sie vor Wind und Bodenerosion, verbessert das Mikroklima und stärkt als Biotopverbund die Vernetzung wertvoller Lebensräume. Ergänzende Saumstreifen mit Gräsern und Wildkräutern schaffen zusätzliche Äsungsflächen und fördern Insekten sowie andere Nützlinge.
Verwendet wurden ausschließlich heimische Wildgehölze aus dem Projekt Regionale Gehölzvermehrung Kärnten, wodurch auch die genetische Vielfalt regionaler Pflanzenbestände erhalten bleibt.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie die Jagd durch gezielte Lebensraummaßnahmen aktiv zur Biodiversität, zum Erhalt der Kulturlandschaft und zu einer nachhaltigen Revierentwicklung beitragen kann.
